Innovationen

Arbeitsplatz der Zukunft: Mehr als eine Frage der Möbel

Der Arbeitsplatz der Zukunft wird real – und den War for Talents mitentscheiden. Als Future Workplace muss er sich stärker den Mitarbeitern anpassen.
24.04.2019
Entscheider sollten sich schon jetzt Gedanken zum Arbeitsplatz der Zukunft machen. Bevor es die Konkurrenz tut. Copyright: Fotolia / Halfpoint

Der Arbeitsplatz der Zukunft als Waffe im War for Talents

Produktivität steigern – selten war das so wichtig wie heute. Denn vor allem die Disruption durch die Digitalisierung macht Abläufe schneller, schlanker und effizienter. Unternehmen profitieren davon, weil sie mehr in weniger Zeit schaffen und auf den Markt bringen können. Und wenn sie das nicht von sich aus tun, dann zwingen sie die Erfolge ihrer Wettbewerber dazu.

Eine entscheidende Rolle in der Transformation fällt dem Arbeitsplatz der Zukunft zu. Er wandelt sich allerdings nicht erst in einiger Zeit, sondern beginnt bereits heute damit. Nicht nur, was seine Möblierung oder die technische Ausstattung betrifft. Auch andere Faktoren nehmen eine immer größere Rolle ein. Stichwort Home Office. Stichwort Ausstattung. Stichwort Wohlfühlfaktor. Stichwort Cloud Computing. Stichwort Mobilität.

Warum ist das so wichtig? Weil die Digitalisierung Veränderungen fordert. Und weil sich der sogenannte War of Talents verschärfen wird. Wer dabei begabte Fachkräfte gewinnen will, muss ihnen einen attraktiven Future Workplace bieten.

Future Workplace: Es kommt auf die Balance an

Der Arbeitsplatz der Zukunft wird individueller sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob er beispielsweise im Büro ist oder in der Produktion. Dafür werden neue Software und Hardware sorgen. Gleichzeitig geht es am Future Workplace um Diversifizierung. Was gehört dazu? Unter anderem:

  • Arbeitszeitmodelle, die flexibler als heute sind. So könnten Unternehmen für bestimmte Abteilungen oder Kräfte Monats- beziehungsweise Jahresarbeitszeitkonten entwickeln.
  • Ausgehend von den jeweiligen Aufgaben unterscheidet sich auch die notwendige technische Ausstattung. Manche Arbeiten fordern mehr Leistungsfähigkeit von der Technik, andere weniger.
  • Ein Plus an Eigenverantwortung und Freiheiten der Mitarbeiter, dort wo es angebracht ist und im besten Fall das Management zusätzlich entlastet.
  • Ein direkter Draht zwischen dem Hauptsitz und jenen Mitarbeitern, die im Home Office tätig oder unterwegs auf Geschäftsreise sind. Der Faktor "zwischenmenschliche Kommunikation" wird an Bedeutung gewinnen, wenn immer mehr Untergebene dezentral tätig sind. Im Sinne des Future Worklplace heißt das für Führungskräfte, die richtige Balance zwischen Motivation, Produktivität und Kreativität zu finden. Besonders wichtig ist das während des Umbruchs, den die Digitalisierung verlangt. Die Mitarbeiter dürfen sich dann nicht abgehängt fühlen. Unsicherheit in der Belegschaft sollten sich Unternehmen nicht leisten.

Wandel auf und in allen Positionen

Machen wir die Anforderungen an den Arbeitsplatz der Zukunft an ein paar Beispielen deutlich:

  • Arbeiter in der Produktion werden künftig öfter Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) nutzen. Diese Technologien unterstützen sie etwa bei konzeptionellen Tätigkeiten, Reparaturen und der Bedienung von Geräten.
  • Prozessfokussierte Sachbearbeiter brauchen Zugang zu unterschiedlichen Wissensquellen und schnellen Austausch mit anderen Abteilungen. Das gewährleisten etwa interne Datenbanken und Kommunikationskanäle wie Slack oder Teamlike.
  • Kundenberater benötigen vor allem leistungsfähige Schaltstellen zu ihren externen Kontakten, zum Beispiel für Videokonferenzen – auch von unterwegs. Das heißt, für ihren Future Workplace sollten Außendienstler mit potenten Mobile Devices, also Smartphones und/oder Notebooks, ausgestattet sein.
  • Führungskräfte brauchen das natürlich ebenso, nebst freiem Zugang zu allen wichtigen internen und externen Kommunikationskanälen. Außerdem ist ein flexibler, standortunabhängiger Arbeitsplatz von großer Bedeutung.
Virtual Reality und Augmented Reality ermöglichen dank Datenbrillen und Einblendungen in das Gesichtsfeld völlig neue Arbeitsweisen. Copyright: Fotolia / zapp2photo

Der Arbeitsplatz der Zukunft beginnt mit einer Bedarfsanalyse. Daraus ergibt sich zunächst, für welche Aufgaben welche Ausstattung erforderlich ist. Dabei spielen technische und organisatorische Aspekte eine entscheidende Rolle. Im nächsten Schritt eruieren Entscheider die speziellen Wünsche der Belegschaft an ihren Arbeitsplatz der Zukunft. Persönliche Bedürfnisse müssen mit den Anforderungen der Führungsebene abgestimmt werden.

Der Arbeitsplatz der Zukunft zahlt sich aus

Ein Entgegenkommen kann sich auszahlen, besonders gegenüber Leistungsträgern. Natürlich nur bis zu einem gewissen Grad. Doch mit Themen wie Home Office oder möglichst weitreichender Entscheidungs- und Entfaltungsfreiheit von Untergebenen werden Manager sich schon beschäftigen müssen. Das hat seinen Preis. Gut investiert – also organisiert – hat aber auch ein Unternehmen eine Menge davon:

  • Es wirkt anziehend auf gut ausgebildete Fachkräfte.
  • Es profitiert von gesteigerter Motivation und Zufriedenheit der Belegschaft sowie von abnehmender Fluktuation.
  • Dank Digitalisierung werden seine Prozesse flexibler und effizienter, bei gleichzeitiger Automatisierung sonst personal- und arbeitsintensiver Abläufe.
  • Es wird fit für die künftigen Herausforderungen der Industrie 4.0.

Wie der Future Workplace aussehen wird, hängt letztlich von den individuellen Rahmenbedingungen ab. In jedem Fall werden sich teils gravierende Änderungen ergeben. So brechen bisher festgefügte Abläufe und Hierarchien zugunsten von flexiblen Produktions- und Organisationsstrukturen auf. Der Arbeitsplatz der Zukunft wird nicht mehr nur am angestammten Sitz, sondern an vielen unterschiedlichen Orten sein. Auch die Arbeitszeit muss ähnlich variabel sein. Nur dann haben Unternehmen eine Chance im War of Talents – und gegenüber der Konkurrenz.