Innovationen

Hörmann: Industrietore vorausschauend warten

Weil die Tore von Hörmann mit dem IoT vernetzt sind, gehen Wartung und Reparatur jetzt viel einfacher und schneller.
04.04.2019
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Hörmann setzt mit der Cloud der Dinge der Telekom auf eine Komplettlösung: Sensorik, Funkübertragung, Cloud- Lösung und Webportal. Copyright: 2018 Telekom

Steht ein Schnelllauftor von Hörmann plötzlich still, ist guter Rat teuer. Denn die Tore sind - verbaut an Lkw-Verladestellen wie auch als Abschluss von Kühlhäusern - logistische Knotenpunkte. Die Hörmann KG ist Europas führender Anbieter für Tore, Türen, Zargen und Antriebe für private wie gewerbliche Immobilien. Das Unternehmen ist ein Familienbetrieb in dritter und vierter Generation. Den Grundstein legte August Hörmann in den 50er-Jahren: Er begann mit der industriellen Fertigung des damals aufkommenden Berry-Schwingtors, das jahrzehntelang das klassische Garagentor bleiben sollte. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 6.000 Mitarbeiter. Vertrieben werden die Produkte an mehr als 150 Standorten in insgesamt 90 Ländern. Damit die Türen und Tore der Hörmann-Kunden stets gut gewartet und schnell repariert sind, steht Privat- wie Geschäftskunden ein 200 Mitarbeiter starker Kundenservice zur Verfügung, der an sechs Tagen der Woche von 7 bis 22 Uhr telefonisch erreichbar ist.

Bei Störungen am Tor folgte bisher der Anruf bei der Service-Hotline. Der Kunde schilderte das Problem und nannte die Fehlermeldung. Mit diesen ersten Hinweisen schickte der Hörmann-Mitarbeiter den Kundendienst los. Beim Kunden angekommen, hatte der Techniker jedoch kaum Informationen zum tatsächlichen Zustand des Tores. So konnte die Fehlersuche erst vor Ort beginnen. Genau deshalb entstand die Idee, die Industrietore zu vernetzen, um alle wichtigen Informationen der Steuerung viel früher zu erhalten.

Smart Control – intelligent vernetzt

Auf das Pflichtenheft folgten Prototyp und Feldtest mit 200 Kundentoren in ganz Deutschland. Jetzt liefert Hörmann einen Teil der Tore seiner Kunden serienmäßig zusammen mit Smart Control. Sogar bereits beim Kunden eingebaute Tore lassen sich nachträglich vernetzen. Smart Control besteht aus einem Gerät mit M2M-SIM-Karte und Gateway. Per Mobilfunknetz kommuniziert das System mit der Cloud der Dinge, der cloudbasierten IoT-Plattform (Internet der Dinge) der Telekom.

Über das zugehörige Web-Portal behalten die Service-Techniker von Hörmann das vernetzte Tor im Blick: 150 Parameter wie ein Zähler für das Öffnen und Schließen, Temperatur, Betriebsstunden, Status und Fehlercodes sowie die kundenindividuellen Einstellungen der Steuerung geben Aufschluss. Bei Störungen werden Mitarbeiter direkt alarmiert. Direkt in die Torsteuerung einzugreifen, ist dem Kundendienst jedoch nicht möglich. „Jede Änderung, die der Service im Portal anstößt, muss der Kunde manuell am Tor bestätigen. So stellen wir sicher, dass ein Tor nicht manipuliert werden kann“, sagt Marc Aulenkamp, Projektleiter SmartControl bei Hörmann.

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Die Hörmann KG ist Europas führender Anbieter für Tore, Türen, Zargen und Antriebe für private wie gewerbliche Immobilien. Copyright: 2018 Telekom

Vorausschauend gewartet, Kundendienst entlastet

Cloud der Dinge

  • Geräte aus der Ferne überwachen und vorausschauend warten
  • Alarme und Benachrichtigungen bei Abweichungen von vorab definierten Schwellenwerten
  • Hoch skalierbar, bezahlt werden ausschließlich tatsächlich angeschlossene Geräte
  • keine kostenintensive Programmierung
  • Betrieb in ISO-zertifizierten Rechenzentren in Deutschland
  • verschlüsselte Übertragung aller Daten im sicheren Netz der Telekom
  • Einhaltung der strengen deutschen Datenschutzgesetze

Mit Smart Control hat der Kundendienst von Hörmann die Kundentore auf Wunsch weltweit im Blick. Jedes vernetzte Tor wird vorausschauend gewartet, sobald ein Teil zu verschleißen droht. So sind die Tore optimal in Stand und viel weniger anfällig für Störungen. Soll eine Einstellung am Tor verändert werden, genügt ein Anruf beim Hersteller. Der Techniker nimmt die Änderungen vor und der Kunde bestätigt sie per Knopfdruck an seinem Tor. Gibt es doch mal ein Problem, ist die Fehlersuche viel einfacher: Ein Blick ins Webportal genügt und der Techniker hilft sofort oder schickt den Kundendienst mit dem passenden Werkzeug und Ersatzteil los.

Smart Control soll den Kundendienst entlasten, da voraussichtlich weniger Noteinsätze und zweite Anfahrten zum Kunden nötig sein werden. Außerdem sind die Tore viel effizienter gewartet. Das spart Zeit und Geld. „Beim Kunden amortisieren sich die Kosten für Smart Control durchschnittlich mit dem zweiten Serviceeinsatz“, sagt Rüdiger Bierhenke, Verkaufsleiter für Industrietore, Verladetechnik und Zufahrtskontrollsysteme der Hörmann KG. „Aber wir denken schon weiter. Künftig könnte Smart Control per M2M-Technologie (Maschine zu Maschine) beispielsweise automatisch eine Meldung generieren, die einen Serviceauftrag anstößt und sofort das entsprechende Ersatzteil bereitstellt“, so Bierhenke weiter.

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Jedes vernetzte Tor wird vorausschauend gewartet, das vermeidet Störungen. Die Daten im Cloudportal vereinfachen bei Problemen die Fehlersuche und Vieles lässt sich bereits vorab gemeinsam mit dem Kunden beheben. Copyright: 2018 Telekom

DEUTSCHE TELEKOM UND HÖRMANN

Die Aufgabe: Steht ein Schnelllauftor plötzlich still, tut schnelle Hilfe Not. Die leistet der Kundendienst von Hörmann telefonisch. Aber meist begann die Suche nach der Ursache erst vor Ort. So mussten die Techniker häufig noch einmal anfahren, dann mit dem richtigen Werkzeug und Ersatzteil.

Die Lösung: Mit Smart Control melden die Tore Zustand und Fehler an die Cloud der Dinge. Im Web-Portal der IoT-Lösung sehen die Techniker von Hörmann 150 Parameter wie einen Zähler für das Öffnen und Schließen, Betriebsstunden und Fehlercodes. Bei Störungen werden Mitarbeiter direkt alarmiert.

Die Vorteile: Jedes vernetzte Tor wird vorausschauend gewartet, das vermeidet Störungen. Die Daten im Cloudportal vereinfachen bei Problemen die Fehlersuche und Vieles lässt sich bereits vorab gemeinsam mit dem Kunden beheben. Weniger Noteinsätze und doppelte Anfahrten entlasten den Service und sorgen für schnellere Abhilfe.