Innovationen

Kompetenzzentren: Hilfe bei der digitalen Transformation

Kompetenzzentren unterstützen KMU mit einer Reihe kostenloser Angebote bei der Digitalisierung ihrer Prozesse.
24.04.2019
Die digitale Transformation ist eine der größten Herausforderungen, die Unternehmen in Deutschland jemals bevorstand. Die Kompetenzzentren helfen ihnen dabei. Copyright: Fotolia / Alexander Limbach

Kompetenzzentren geben KMU praxisnahe Hilfe

Im Frühjahr 2019 gab es flächendeckend über ganz Deutschland verteilt 25 Mittelstand-4.0-Kompetenzzentren. Sie werden von der Bundesregierung gefördert und sind Teil ihrer digitalen Agenda. Ihr Auftrag ist es, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Digitalisierung praxisnah zu unterstützen. Dabei decken sie alle Themen entlang der Wertschöpfungskette ab.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) nennt beispielhaft folgende Vorteile, die die Initiative Mittelstand 4.0 mit ihren Kompetenzzentren mit sich bringt:

  • Sensibilisierung für Potenziale und Herausforderungen
  • Unterstützung bei der Entwicklung von individuellen Lösungen
  • Qualifizierung für die Umsetzung der Digitalisierung
  • Gegenseitiger Austausch über die Vorteile der Digitalisierung

Um diese Aufgaben zu erfüllen, setzen die Kompetenzzentren diverse Instrumente ein. So bilden sie beispielsweise Mitarbeiter von interessierten Unternehmen in Workshops zu Digital Scouts aus. Die sind anschließend in der Lage, für ihre Betriebe Transformationsstrategien zu entwickeln und voranzutreiben. Aber die Zentren stehen auch mit eigenen Beratern bei der Planung und Umsetzung von digitalen Fahrplänen zur Seite.

Berater helfen bei der Realisierung im Unternehmen

Die Kompetenzzentren bieten Lösungsansätze zur Digitalisierung auf unterschiedlichen Ebenen. Unternehmen können beispielsweise die Hilfe der Berater in Anspruch nehmen, um ihre Kommunikation zu modernisieren, Cloud-Anwendungen zu etablieren, mobiles Arbeiten zu erleichtern oder auch einen elektronischen Zahlungsverkehr einzuführen.

Dafür stehen die Ansprechpartner in den Zentren unter anderem mit Demonstrationen und Praxisbeispielen zur Verfügung. Darüber hinaus helfen sie bei der Realisierung direkt im Unternehmen vor Ort.

Neues Kompetenzzentrum Kommunikation

Die Schwerpunkte der einzelnen Zentren werden auf den aktuellen Unterstützungsbedarf in der Region angepasst und weiterentwickelt. Dabei wird eine Vielzahl von Kompetenzen vermittelt. Es gibt Einrichtungen, die mehrere Bereiche abdecken oder solche, die sich auf bestimmte Unternehmensgrößen, Prozesse oder auch Branchen spezialisieren. So ist beispielsweise eines der Zentren in Berlin auf die Digitalisierung im Handwerk ausgelegt, ein anderes auf die IT-Wirtschaft. Ein weiteres Zentrum bei Dortmund setzt auf die Erfassung von cloudbasierten Sensordaten.

Erst im Februar 2019 hat auf dem Studiogelände in Babelsberg das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kommunikation eröffnet. Es vermittelt Methodenwissen zu allen Facetten der betrieblichen Kommunikation und entwickelt es weiter. Darüber hinaus gibt es Angebote zur digitalen Kundenkommunikation, zeitgemäßen Bewerberansprache oder Social Media.

Die gesamte Übersicht der Kompetenzzentren mit ihren jeweiligen Spezialisierungen gibt es unter mittelstand-digital.de. An dieser Stelle lassen sich auch einzelne Prozesse, Unternehmensgrößen oder Branchen und Arten des Angebots auswählen, um lokal sowie überregional passende Zentren für die eigenen Anforderungen zu finden.

Individuell auf die Bedürfnisse der Firmen zugeschnitten

Eine erfolgreiche und nützliche Digitalisierung erfordert eine maßgeschneiderte Strategie für jedes einzelne Unternehmen. Denn so individuell wie die Betriebe sind auch die optimalen Wege in die Arbeitswelt 4.0. Wer für seinen Betrieb noch nicht recht weiß, wo die Entwicklung zum Arbeitsplatz der Zukunft hingehen soll oder welche technischen Lösungen sinnvoll sind, wendet sich daher am besten an ein breit aufgestelltes Kompetenzzentrum. Alternativ oder ergänzend bietet das BMWi zusätzliches Informationsmaterial zum Thema Digitalisierung unter mittelstand-digital.de.

Geht es um den Digital Workplace, dann geht es auch immer um Technologie. In vielen Unternehmen profitieren beispielsweise Prozesse von einer cloud-basierten Infrastruktur und Software sowie einer einheitlichen, digitalen Kommunikation.

Digitalisierungsprozesse sind auf vielen Gebieten unumgänglich, beispielsweise im Lieferketten-Management. Copyright: Fotolia / Gorodenkoff

30 Prozent der KMU haben in digitale Technologien investiert

Die Transformation kann in kleinen und mittleren Unternehmen höhere Umsätze bringen, die Kosten senken und die Effizienz diverser Prozesse steigern. Das zeigen bereits mehrere Studien. Nicht umsonst erhöhte über die Hälfte der Firmen in Deutschland für 2018 ihre Investitionen zur Digitalisierung im Büro. Die Umstrukturierung kann deshalb zusätzlich einen Vorsprung vor der Konkurrenz einbringen.

Damit einhergehen können Vorteile wie ein optimierter Kundenservice oder eine verbesserte Zufriedenheit der Mitarbeiter, die zum positiven Image des Unternehmens beitragen. Auch ist es möglich, dass sich durch den Prozess der Digitalisierung neue Produkte oder Geschäftsfelder ergeben.

Die Gesamtausgaben des Mittelstands für Digitalisierungsvorhaben fielen mit 15 Milliarden Euro im Jahr 2017 (2016: 14 Mrd. EUR) noch vergleichsweise gering aus. Das ergab eine aktuelle, repräsentative Analyse von KfW Research. Immerhin haben bis Ende 2017 bereits 30 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen hierzulande in den Einsatz neuer oder verbesserter digitaler Technologien für Prozesse, Produkte (inklusive Dienstleistungen) oder Geschäftsabläufe investiert – ein Plus von vier Prozent gegenüber der Vorjahresbefragung. Die Digitalisierung kommt demnach zusehends in der Breite des Mittelstands an.